Große Zeltsafari durch ganz Namibia

von | Dezember 2018 | Reiseberichte

Spitzmaulnashorn im Etosha-Park (Foto: Heinz Determann)

Seitdem ich in der Untersecunda ein Referat über deutsch Südwestafrika gehalten habe, war der Wunsch dieses exotische Land zu besuchen, immer bei mir präsent. Ständig kam aber irgendetwas dazwischen, doch im Sommer 2018 war es endlich soweit. Auf einer großen Campingsafari konnte ich all die Orte besuchen, die mir seit meiner Jugend immer wieder durch den Kopf gingen.

Zu Zeiten des Referates, es war im Jahre 1970, gab es Namibia so noch gar nicht. Das Land erlangte erst 1990 seine Unabhängigkeit. Aber all das, was ich 1970 nur in Büchern gelesen hatte, konnte ich in diesem Sommer erleben.

Bunte Häuserfront in Namibia

Bunte Häuserfront in Namibia (Foto: Heinz Determann)

Auf einer 18-tägigen Campingsafari, sozusagen ganz nah mit der Natur, ging es von Windhoek bis Windhoek. Die internationale Gruppe, 3 Taiwanesinnen, 2 Iren, 4 Holländer, 1 österreichische Familie, 2 Italienerinnen und 4 Deutsche, wurde dabei von einem südafrikanischen Reiseleiter mit Namen May betreut. May war dabei für alles zuständig: Er fuhr den Truck, war der Reiseleiter und er bereitete uns mit unserer Unterstützung Frühstück, Mittag- und Abendessen zu. Alles war immer vorzüglich. Unsere Zelte mussten wir, nach sehr kurzer Anleitung, dann aber selber auf- und abbauen, manchmal sogar im dunkeln.

Von Windhoek ging es zuerst in die Kalahari, wo wir sogar einmal bei Minusgraden morgens aufwachten, dann weiter zur südafrikanischen Grenze an den Fish-River-Canyon. In der angenehmen Oase Ai-Ais schlugen wir für 2 Tage die Zelte auf.

Düne in Namibia

Düne im Sossousvlei (Foto: Heinz Determann)

Weiter ging es nach Lüderitz an den Atlantik und durch die Namib-Wüste zu den Dünen von Sossousvlei – eine unglaubliche Landschaft! Der Aufstieg auf die 300 m hohen Dünen war mir dann doch etwas zu anstrengend. Unser Zeltplatz befand sich irgendwo zwischen unendlich und nirgendwo. Meine Gedanken gingen an diesem Ort sofort zu »Jenseits von Afrika« und ich wäre nicht verwundert gewesen, wenn Meryl Streep und Robert Redford um die Ecke gekommen wären. Aber unsere Reise ging weiter nach Swakopmund. In diesem hübschen Atlantikstädtchen hat man den Eindruck in einer deutschen Kleinstadt zu sein. Viel erinnert noch an die deutsche Kolonialzeit. In der evangelischen Kirche hatten wir das Glück, dass die Küsterin, eine in Swakopmund geborene Deutsche, uns viel über das heutige Land erzählen konnte. Sie sagte uns, dass Schwarze und Weiße heute in Namibia eigentlich überall friedlich miteinander leben können. Das Zusammenleben sei sehr viel friedlicher und unkomplizierter als in Südafrika.

Dann wartete die Robbenkolonie Cape Cross auf die Gruppe. Tausende von Robben tummeln sich hier am Strand, sozusagen Auge in Auge mit den Touristen. Weiter ging es zur Spitzkoppe, dem »Matterhorn Namibias«. Auf dem Campingplatz hier besuchte uns abends eine Gruppe von Zebras, die am Wasserloch trinken wollten. Zwei Highlights Namibias warteten aber noch auf uns: der Etosha-Park und der Waterberg. Der Etosha-Park ist im Grunde ein riesiger Zoo. Er ist über 20.000 km² groß und komplett umzäunt. Aber May, unser Führer, kannte sich sehr gut aus, und wir sahen all die Tiere hautnah, die wir sehen wollten: ob nun Giraffen, Kudus, Elefanten, Nashörner, ob Löwen, Hyänen, Zebras oder die schönen Impalas, auch Wüstenfüchse und die Gnus waren dabei.

Apropos Zäune: In Namibia hat man das Gefühl, dass fast das ganze Land eingezäunt ist. May sagte uns, dass alle Farmer ihre Ländereien gegen die Wildtiere einzäunen. Daher sieht man unterwegs, bis auf die Nationalparks, auch recht wenige wild lebende Tierherden.

Reisegruppe in der Steppe von Namibia

Reisegruppe in der Steppe von Namibia (Foto: Heinz Determann)

Der letzte Campingplatz wartete dann auf die Gruppe zu Füßen des Waterberges, ein imposantes Felsplateau, ein Tafelberg, in der Weite Namibias. Negative Berühmtheit erlangte der Ort durch die Schlacht am Waterberg am 11. und 12. August 1904 während des Aufstandes der Herero. Die Herero unterlagen in dieser Schlacht den deutschen Kolonialtruppen und ihren einheimischen Verbündeten und wurden unmenschlich in die Wüste vertrieben, in ihren Tod.

Wir wanderten zum Abschluss der Reise auf das Plateau hinauf, begleitet von Dik-Diks, den kleinen, wunderschönen Zwergantilopen, und genossen von hier oben noch einmal die so weiten Ausblicke über die Kalahari. Einmalig!

Am Abend ging dann der Flieger von Windhoek zurück nach Frankfurt. Es waren sehr intensive Tage mit einmaligen Erlebnissen und alles, was ich 1970 in den Büchern gelesen habe, habe ich wiedergefunden.

Natürlich kann man dieselbe Reise auch mit Übernachtungen in bequemen Lodges machen, von denen es in Namibia viele und auch überall gibt. Falls Sie also einmal nach Namibia aufbrechen wollen, arrangieren wir das gerne für Sie!

Heinz Determann